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Nicht meine Diskussion!

Nein, es ist nicht meine Diskussion die da gerade abläuft. Ihr fragt Euch was ich meine? Ich meine dieses Gerede um “Transitzonen” oder “Einwanderungszentren”. Nein, ich will davon im Prinzip am besten nichts wissen. Warum? Es ist “Regierungshandeln” der gewählten Volksvertreter der SPD und der cDU/cSU. Ich würde es begrüßen, wenn die Partei sich auf eine sachliche Diskussion um politische Ziele und Inhalte konzentrieren könnte. Welche Beschlüsse wollen wir fassen um diese Art “Exodus” aus dem nahen Osten zu verhindern? Wie plazieren wir Anträge, dass die Zahlungen an Geflüchtete in Jordanien wieder aufgenommen werden? Wie können wir internationale Solidarität einfordern und umsetzen, wenn es darum geht, dass die Geflüchteten in den jordanischen und türkischen Lagern in Arbeit kommen? Es gehen tausend Fragen durch meinen Kopf.

Im Moment ist dieses Gezerre um die Transitzonen doch nichts weiter als ein eindeutiger Beweis, dass die Politik sich von den “Besorgten Bürgern” vor sich her treiben lässt. Hämmert nur oft genug dieses “Oh mein Gott, wir werden überschwämmt und unsere Leitkultur ist in Gefahr” durch den grauen Wald des Unwissens und der Druck auf die Politik steigt und steigt. Man hat fast das Gefühl, dass es nicht absurder geht, da schreiben schon die ersten das Wort “Schießbefehl”. Das habt ihr alle ja ganz toll hinbekommen. Sagt mal, seid ihr eigentlich alle noch zu retten?

Der Bürger, also ich nehme jetzt mal mich als “Bürger”, ich hoffe ihr seid damit einverstanden. Also, der “Bürger” (Ich) hätte dabei einfach nur einen einzigen Wunsch an die Regierung. Ich möchte das Gefühl haben, “Jo, dat löppt, die machen das!” Aber, Fehlanzeige, man übertrifft sich im gegenseitigen “mitdemfingerdraufzeigen” und im Klein Klein des politischen Umfrageirrsinns. Bis heute hängt an keinem einzigen Jobcenter das ich kenne ein Plakat: “Wir stellen ein: Eingliederungshelfer, sofort. Zehn Euro Stundenlohn”.

Jetzt kommt die cDU/cSU mit dem komischen Vorschlag, dass Sachleistungen für Geflüchtete ausreichen. “Wir müssen Deutschland unattraktiver machen”, so klingt es sogar in meinem Kollegium. Hallo, gehts noch? Es ist die Aufgabe globaler Politik, dass Menschen erst gar nicht fliehen müssen (Waffenexporte, globale Interessen des Kapitals). Nein, wir sollen uns “unattraktiv machen”. Ich fass es nicht. Täglich lesen wir in den Zeitungen, dass die ehrenamtlichen Strukturen der “Tafeln” am obernen Ende der Belastungsrenze arbeiten. Meint man allen Ernstes es wird besser, wenn Geflüchtete nicht ein mal mehr Bargeld haben um sich zu versorgen? Was für ein Humbug!

Deutschland ist eine der reichsten Volkswirtschaften der Welt, mit Recht, denn deutsche Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer verhelfen teils klug gesteuerten Unternehmen zu großem Ansehen und Gewinnen. Da muss man doch nicht allen Ernstes eine Organisation wie die “Tafel” im Regen stehen lassen, oder? Es kann doch nicht sein, dass wir uns einfach so dem Prinzip “der stärkere gewinnt bei der Fütterung” hingeben und anschließend noch die Armen unseres Landes gegen die Ärmsten, die sogar Heimat und alle Habe verloren, ausspielen. Mir ist echt schlecht. Da kann man sich mal strukturell dran abarbeiten und Anträge für Parteitage schreiben, aber nicht permanent sich von Pegida und Wutbürgern treiben lassen, oder dauernd auf den politischen Gegner zeigen. Denn bedenket, wer mit dem Finger auf den anderen zeigt, der richtet immer drei Finger auf sich selbst.

Eine Antwort auf „Nicht meine Diskussion!“

Glückwunsch, Genosse! Endlich mal ein hilfreicher Kommentar. Ich bin ehrenamtlich in Büsum für Flüchtlinge tätig, mache Deutschunterricht im Rahmen meiner Möglichkeiten. Leider bekleckern unsere Bundesgenossen sich ja auch nicht mit Ruhm in dieser schwierigen Zeit. Ich hoffe, dass Frau Merkel ihren sturen Kurs beibehält; sie scheint sich nicht für Umfrageergebnisse zu interessieren. Was ein Ende haben muss, sind kenternde Boote auf dem Mittelmeer! Mit roten Grüßen, Ulla Zentner aus Büsum.

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