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Bundespräsident beim Flüchtlings-Limbo

Toll finde ich es ja, wenn der Bundespäsident sich zur Flüchtlingskrise äußert. Weniger toll finde ich es, wenn es irgendwie einem Limbotanz ähnelt. Wenn man eine Messlatte nicht überspringen kann, dann versucht man eben darunter durch zu “eiern”. Das wirkt nicht sonderlich grazil und auch wenig professionell! Das Ganze wirkt dann ein wenig skurril und urkomisch. Eben genau so wirkt die Rede des Bundespräsidenten auf mich. Er spricht Beschwörungsformeln von  “…einem Land der Freiheit, der Menschenrechte und der Gleichberechtigung der Geschlechter…”. Ja? Sind wir das? Ein Land, wo es nach dem Sozialgesetzbuch erlaubt ist, Menschen zur Arbeit zu “erziehen”, indem man den Satz der Sozialleistungen soweit kürzt, um diesen Menschen einen “Anreiz” zur Arbeit zu geben? Die Sozialleistungen entsprechen dem Existenzminimum, eine Absenkung unter das Existenminimum ist also ein Verstoß gegen geltendes Menschenrecht. Oder?

Die Gleichberechtigung der Geschlechter ist in meinen Augen noch lange nicht vollzogen. Viel zu viele Männer rennen hier in Deutschland mit einem Frauenbild im Kopf herum, dass mich erschaudern lässt. Frauen werden schlechter entlohnt und haben immer noch das Problem, dass Familienplanung und Erwerbsleben in weiten Teilen auseinander laufen. Nein, wer eine Latte anlegt, der sollte nicht von dem Einen erwarten, dass er drüber hüpft, während man selber unterdurch eiert!

Menschen die nach Deutschland kommen, haben auf der Überfahrt in einem Schlauchboot nicht das Grundgesetz gelesen oder sich im Internet über die Deutsche Sozialstruktur informiert. Es ist nicht unsere Aufgabe sie zurechtzuweisen. Es ist unser Auftrag sie mitzunehmen! Ihnen ihre Lebensphilosophie zu lassen, sie zu akzeptieren und zu verstehen. Sicherlich muss Rechtsstaatlichkeit gelten, aber etwas zu erwarten, was wir selber in unserer Gesellschaft nicht umsetzen, empfinde ich einfach nur als arrogant.

Hier unten am Ende meines Aufregers kann ich noch ein bisschen den Platz nutzen, der ist ja nach unten ausreichend vorhanden, um nacheinander Beispiele aufzuschreiben.

  • Alle Führerscheininhaber machen eine Prüfung. Natürlich erinnern sich Alle an alle Situationen des Fragebogens. Nie ist ein “Hoppla” mit einem Lächeln gepaart an einer Kreuzung zu sehen, weil mach “Rechts vor Links” vergessen hat? Oder noch besser es einfach ignoriert?
  • Unter uns sind Menschen, die einer Versicherung eine Rechnung mit den Worten “Na, die hams ja”, einreichen, um sich einen unlauteren Vorteil zu verschaffen.
  • Die rote Ampel wird ignoriert weil “eh” gerade kein Auto kommt?

Wir sind alle im “Rechtsstaat” aufgewachsen und setzen uns mit einem Zwinkern hier und da gerne mal über die Grenzen hinweg. Ich hab mich nun auch lange genug aufgeregt. Wir sollten uns einfach nur mal gemeinsam fragen wie wir die Menschen informieren können. Wie wir vor allem Situationen vermeiden können, in denen sich Geflüchtete in irgendwelche Grenzsituationen begeben können. Flüchtlingsheime, die hoffnungslos überbelegt sind, sind kein Quell des Frohsinns. Genauso ist es auch nicht sinnvoll eine Großfamilie in eine Wohnung abzuschieben ohne Sozialarbeiter? Ach, warum auch? Das machen wir mit unseren eigenen Leuten auch so! Merkt ihr was? Nur weil es hierbei um Geflüchtete geht, ist es plötzlich etwas “Gefährliches”? Nein, das ist ganz genau so wie es bei uns auch läuft. Sicherlich, man kann auf zu wenig Personal zeigen und die Politik zum Handeln auffordern. Aber wo Menschen arbeiten, da passieren Fehler. Da ist eher Verständins erforderlich, keine Vorwürfe!

Spontan noch folgendes von Dr. Ralf Stegner gefunden: hier

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