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Bildungskosten – Wo bleibt die Revolution?

Bildungskosten, das Wort an sich gefällt mir schon nicht wirklich. Nun, warum schreib ich schon wieder was? Das Statistische Bundesamt hat im Februar die bundesweiten Bildungskosten 2014 veröffentlicht. Dort wird sehr anschaulich beschrieben wie viel Geld ein Land in jede Schülerin und jeden Schüler investiert. 

Der Stand 2005

Relativ homogen startet die Übersicht. Alle Bundesländer liegen irgendwie um die 5000 Euro pro Kopf, pro Jahr. Spitzenreiter Hamburg mit 5400 Euro und Schlusslicht Saarland mit 4500 Euro pro Kopf. Die restlichen Bundesländer tummeln sich irgendwo in der Mitte. Nun hören wir von allen Politikern seit Jahren, dass mehr in Bildung investiert werden soll. Perfekt, mag man denken. Wenn man die Zahlen ansieht, dann geht es aufwärts. Bundesweit sind die Ausgaben bis 2014 um 1800 Euro pro Kopf gestiegen. Einige Bundesländer, wie Bayern sogar um 2900 Euro oder Thüringen um 2400 Euro. Leselink HIER

2014

Wie eben angedeutet ist der Trend steigend. Aber es gibt auch Länder, die deutlich weniger finanziellen Spielraum in den knapp 10 Jahren hatten. So schafften das Saarland nur 1200 Euro, und Schleswig-Holstein schaffte es unter der bundesdeutschen “Schuldenbremse” nur auf 1000 Euro mehr. Leider reichte der lokale Kraftakt nicht, um sich von der Schlußlichtposition zu lösen. Zur Zeit liegen wir im Norden ganz hinten. Klar, die Sozis waren in den letzten Jahren in der Verantwortung, aber wenn man bedenkt, dass andere Bundesländer seit 2004 kontinuierlich investiert haben, und bis 2009 hier in SH nicht ein Euro mehr ausgegeben wurde, dann versteht man, dass dieser Abstand nicht so leicht aufzuholen ist. Denn Geld im Überfluss steht dem Bundesland zwischen den Meeren nicht zur Verfügung.

Analyse

Also, die Bildungsausgaben pro Kopf liegen irgendwie im Bundesschnitt im Moment bei 6700 Euro pro Kopf und Jahr. Im Schnitt rechne ich einfach mal mit 10 Schuljahren, weil es einfacher ist. Die schulische Ausbildung eines Menschen im Land kostet also 67000 Euro. Diese Zahl sei nun mal unsere Bemessungszahl, an der wir alles Weitere analysieren. Bitte nicht hochwissenschaftlich, sondern einfach mal soooo, fix auf einem Bierdeckel (Andere haben so Steuerkonzepte versprochen). Wir arbeiten vom Ende einer Ausbildung/Studium mit im Mittel 23 Jahren bis zur Rente im Moment 44 Jahre. In dieser Zeit erwirtschaften wir, wenn ich mal einen gerundeten Mittelwert der Verteilungskurve von 30000 Euro pro Jahr annehme also eine Summe von: 1.320.000 Euro. Das ist ne ganze Menge, denke ich. Von diesen etwas mehr als 1,3 Millionen Euro zahlen wir Steuern, Rente etc. Gepeilt ca 22 % Steuern, das wären: 290400 Euro. Dazu ungefähr die selbe Summe in die Rente. Die ungefähre Hälfte in die Arbeitslosenversicherung und so weiter. Das ist Geld, dass der Staat also von uns zur Verfügung gestellt bekommt um seine Staatsaufgaben zu erledigen, bzw so anzulegen, damit wir im Alter, oder im Notfall abgesichert sind.

Das kann man toppen

Wenn ich nun im Schnitt von 20 Millionen Menschen ausgehe, die voll im Erwerb stehen (es sind ein paar mehr, aber ich finde die Tabelle nicht), dann haben diese 20 Millionen Menschen im Erwerbsleben 26.400 Milliarden Euro verdient und, 5808 Milliarden Steuern gezahlt.

Planspiel

Stellen wir uns vor die Bildungsausgaben würden so super erhöht, dass die Menschen besser gebildet und flexibler ausgebildet in bessere Jobs geraten. Angenommen, das Durchschnittseinkommen steigt durch diese tolle Bildungspolitik und durch die dann brummende Wirtschaft auf 40000 Euro im Jahr. das wären dann 1.760.000 Euro, bzw 387200 Euro Steuern im Erwerbsleben eines Einzelnen. Auf alle gerechnet 7740 Milliarden Euro. Also Mehreinnahmen für den Staat in Höhe von knapp 2000 Milliarden in 44 Jahren. Der Staat könnte also…..

Revolution

Ja, er könnte: Jedes Jahr 44 Milliarden MEHR für Bildung ausgeben! Das nach meiner Milchmädchenrechnung bei momentan 11 Millionen Schülerinnen und Schülern ein plus von 4000 Euro. So, und nun im Ernst, wenn die Bildungsausgaben in 100-Euro Schritten pro Jahr steigen, wie soll da was besser werden?

Wer hindert uns daran dafür zu streiten, dass wir diese Idee weiter verfolgen. Lasst uns beginnen, wer hält uns auf?

Eine Antwort auf „Bildungskosten – Wo bleibt die Revolution?“

Wer hält uns auf?
Menschen, die Dinge gut aussitzen können. Menschen, die keine Änderungen am Status Quo wollen oder ertragen können. Und Menschen, denen einfache Lösungen zu einfach sind. Wo kämen wir denn da hin, wenn auf einmal jeder begriffe, worum es geht und auf einmal eine Meinung dazu haben kann?! Dennoch:
Warum sollten auf einmal alle mehr Geld verdienen, nur weil alle besser (aus-)gebildet wären? Da scheint mir ein Logikfehler versteckt zu sein… Auf der anderen Seite:
Wer bisher durchs Raster fiel und durch eine solche Änderung am System auf einmal einen Abschluss und eine Berufstätigkeit erhielte, für den käme diese Steigerung sehr wohl in Betracht. Und dazu eine Ersparnis an fast 50 Jahren Transferleistungen. Geschätzt / gerundet 10.000,-€ im Jahr / 500.000,-€ über das gesamte Leben? Wenn das nicht mal eine lukrative Geldanlage ist! Und nebenbei ein deutliches Zeichen, dass niemand zurückgelassen werden soll und jeder ein Recht auf ein selbst bestimmtes Leben und Erfüllung und Bestätigung durch Arbeit und Lohn für Leistung – finanziell wie emotional – hat.
Also:
Ich bin dafür!

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