Dirk Diedrich

Sozialdemokrat

4. Januar 2019

Allgemein
Wo das Problem der SPD eigentlich liegt

Dirk Diedrich
Foto: Dirk Jacobs

Die SPD sieht sich sicherlich zurecht als Arbeiterpartei. Sie streitet seit über 150 Jahren für die Rechte von anhängig Beschäftigten Menschen. Die Erfolge in der Vergangenheit sind unumstritten. Es ginge uns nicht so gut wie heute, wenn die SPD nicht als Regulativ eingegriffen hätte. Der Zeit immer einen gewissen Schritt voraus. Das war die Grundidee der Partei. War….

Ein Bild:

Ich bediene mich ja ganz gerne mal einer Metapher (lästiges Fremdwort, mir fällt nichts anderes ein) um Dinge etwas anschaulicher zu machen. Meine Metapher passt relativ gut zwischen SPD und Autoentwicklung. Die SPD baut Autos. In den 1970er Jahren die Revolution: Der Anschnallgurt. Politisch die Ostverträge und die große Bildungsreform. Der 2. Bildungsweg wird Salonfähig. Die graduierten Ingenieure werden zu Dipl. Ing. FH, und an Beruflichen Schulen kann Abitur gemacht werden.

Update 2.34.24.1

Die Politik der letzten 30 Jahre ist aber im Wesentlichen nur noch ein „Verbessern“. Manchmal wird’s auch komplizierter und schlimmer. Der letzte Koalitionsvertrag ist das beste Beispiel. Viele Gute Sachen. Zum Teil auch Krams, den wir als Partei selber verschuldet haben. Aber „entwicklungstechnisch“ ist es eben nur vergleichbar mit einem Softwareupdate für das ABS, einem Update für den Tageskilometerzähler, oder einem neuen Heckspoliler, der den cw Wert des Autos in der 4. Nachkommastelle verbessert.

Wir sind uns alle Einig, dass es in der Zukunft andere Fortbewegungskonzepte bedarf als den klassischen Verbrennungsmotor, dennoch baut die SPD weiter Autos. Sie optimieren mit viel Energie und Kraft jede Schraube und jedes Blech, ohne zu verstehen, dass sie ihre Energie in die Forschung nach neuen Konzepten stecken müssen. Wir brauchen ein neues Konzept. Eine neue Idee für 2030.

Unsere Gesellschaft wird sich schneller verändern als wir es jemals glauben werden. Wenn wir da nicht den gestalterischen Anspruch für übermorgen haben, dann sind wir morgen überflüssig.

Die Krankenversorgung, die Pflege, die Rente, die Bildung. Generelle Gerechtigkeitsfragen, auch zur Umverteilung des gesamten Kapitals innerhalb der Volkswirtschaft sind die Herausforderungen für den demokratischen Sozialismus, aber die „Entwicklungsabteilung“ optimiert und denkt nicht neu!

Zukunft gestalten

In den 1980ern haben wir es schon verpennt über eine Maschinensteuer nachzudenken, ich hab dazu schon oft was geschrieben, aber jetzt wird es Zeit die digitale Wertschöpfungskette zu durchbrechen. Wieder gehen Arbeitsplätze verloren. Dies ist ja erst einmal nicht problematisch, aber alle Sozialsysteme basieren auf der Solidarität innerhalb der abhängig beschäftigten Erwerbsarbeit. Die Zukunft muss unsere Geschichte werden die wir schreiben wollen, sonst sind wir in Zukunft Geschichte!

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2 Kommentare

  1. Michael sagt:

    Um im gewählt Metaphorischen zu bleiben: Deine Aussagen sind ein wenig so, wie vom Kfz-Mechaniker, der die Motorhaube aufmacht, den Kopf schüttelt und sagt: „Das wird teuer!“ Das ist zu wenig, zu wenig Substanzielles! Da war ja der alte Friedrich Merz mit der Forderung nach einer Steuererklärung, die auf einen Bierdeckel passen soll schon konkreter – wenn auch ebenso erfolglos.

  2. Christian Grusdt sagt:

    Maschinensteuer, jetzt Steuer auf digitale Prozesse, das ist ein Mittel zur Geldeinnahme des Staates. Über sinnhaftes Ausgeben zur Bekämpfung von Armut, Ungerechtigkeit, Arbeitslosigkeit und Sinnentleerung ist damit noch nichts gesagt. Genau hier aber muss aber angesetzt werden: Was tun, wenn Roboter uns die Arbeit nehmen?
    In diesem Zusammenhang hat mich eine kurze Zusammenfassung von Richard David Precht zur nahen Zukunft unserer Arbeitsgesellschaft („Bedingungsloses Grundeinkommen unausweichlich“) sehr nachdenklich gemacht: facebook.com/ndrtalkshow/vi…

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