Dirk Diedrich

Sozialdemokrat

25. August 2017

Allgemein
Politik ist ein bisschen wie das Essen, oder nicht?

Dirk Diedrich
Foto: Dirk Jacobs

Ihr find­et es ist gewagt, wenn ich Poli­tik und Essen ver­gle­iche? Vielle­icht lest Ihr ein­fach mal, was ich zum The­ma Poli­tik, Essen, Kochen und genießen so im Kopf habe, dann erhellt sich das eventuell. Voraus­ge­set­zt ich bin in der Lage mich klar und ver­ständlich auszu­drück­en. Was mir ja nicht immer ganz leicht fällt.

Essen ist ein Grundbedürf­nis, da beißt die Maus keinen Faden ab. Völ­lig unbee­in­fluss­bar meldet sich unser veg­e­ta­tives Ner­ven­sys­tem mit einem Hungerge­fühl, wenn der Kör­p­er Nach­schub braucht. In der Regel gehen wir dem Gefühl dann nach. Essen was. Nun denkt bitte nicht, ich ver­gle­iche den Hunger an sich mit der Poli­tik. Weit gefehlt. Ich meine, schön wäre es, wenn man vom unbe­wussten dazu getrieben würde anzu­pack­en, aber dem ist ja bekan­ntlich nicht so. Also, zurück zur Nahrungsauf­nahme.

Wenn wir nun mal wegrück­en von der alltäglichen Zufuhr von Eiweiß, Kohle­hy­drat­en und Nährstof­fen, son­dern hinge­hen zu dem Wort Appetit, dann lässt sich der Bogen etwas leichter span­nen. Denken wir uns mal die Sit­u­a­tion, dass man Heißhunger auf ein Steak mit Pommes und leck­eren Champignons hat. Also, ich will nun nicht von mein­er Mut­ter anfan­gen, aber die hat­te auf ihre unkon­ven­tionelle Art und Weise ein Steak… äh.. puh… ich hab Hunger jet­zt. Egal, also Ihr ver­ste­ht das Bild, was ich zeichne. Jeden­falls hat man nun zwei Optio­nen wenn der Hunger einen packt. Option eins ist, ich gehe in ein Steak­house. Serviert wird dort gepf­ef­fertes Steak, zu eben solchen Preisen. Also, wed­er Preis noch Fleisch reißen mich um. Ich bin also unzufrieden. vielle­icht war die Kell­ner­in oder der Kell­ner auch noch gereizt und hat­te wenig Ambi­tio­nen “Mitar­beit­er des Monats” zu wer­den. Run­dum ent­täuscht gehe ich also nach Hause.

Jet­zt kommt der erste Ver­gle­ich mit der Poli­tik. Gewählt habe ich Partei XY. Bekom­men habe ich allerd­ings nicht das, was im Wahl­pro­gramm ver­sprochen wurde, denn oft­mals müssen nach Koali­tionsver­hand­lun­gen teils doofe Kom­pro­misse gemacht wer­den. Kurzum, irgend­wie kommt zuviel Pfef­fer auf mein Steak. Der Name klang gut, Resul­tat war blöd. Was nun?

Richtig. Ich gehe, wenn ich das näch­ste mal Hunger auf ein schönes Steak bekomme, in ein anderes Restau­rant. Hm, warum denke ich jet­zt wieder an meine Mut­ter? Wahrschein­lich, weil sie in meinen Augen das beste Steak… aber lassen wir das. Ich wäh­le auch in diesem Restau­rant das Gericht mein­er Wahl. Wieder die selbe Leier, irgend­wie schmeckt es nicht so, wie ich es erwartet hat­te. Vielle­icht schmeckt es ein wenig bess­er, und ich sollte bei einem zweit­en Besuch ein anderes Gericht wählen?

Na, so langsam merkt ihr was ich zu sagen ver­suche, oder? Ich kann in begren­ztem Rah­men irgend­wie ein wenig was abän­dern und  mich entschei­den. Aber let­ztlich muss ich das essen, was man mir vorset­zt. Nun bin ich wieder bei mein­er Mut­ter, die mich nicht nur kochen (also für den Haus­ge­brauch) lehrte, son­dern auch vieles über das Miteinan­der von uns Men­schen. Was werde ich also tun? Kor­rekt, ich suche mit einen Schlachter des Ver­trauens, der ein gut abge­hange­nes leicht anger­autes Stück Fleisch hän­gen hat und werde ihn bit­ten mit eine Scheibe abzuschnei­den, damit ich mich anschließend mit Pilzen und Schalot­ten bewaffnet in meine mit­te­lal­ter­liche (um die 1960er) Küche verkrümel um mir DAS Essen zu bruzzeln, welch­es ich haben möchte.

Irgend­wie kommt mir unsere Gesellschaft ein wenig so vor wie ich es beschrieben habe. Unsere Geschmack­sner­ven stumpfen ein wenig ab. Schmeckt mir A nicht, dann wäh­le ich B, oder ich streike völ­lig und stumpfe ab und Essen wird zum reinen Selb­stzweck der Lebenser­hal­tung. Mit Qual­ität hat das dann allerd­ings wenig zu tun. Meine Meta­pher sollte nun klar sein. Wenn ich gut Leben will, dann kann man zeitweise mal ein­fach so das Wählen, was einem vorge­set­zt wird, aber ein gutes und erfülltes Leben kann ich doch nur für mich erre­ichen, wenn ich sel­ber ein Stück weit mit­mis­che.

Ja, Poli­tik ist scheiße. Das sagen viele und ich glaube denen auch ein Stück weit. Aber die Poli­tik ist nicht scheiße, weil die Poli­tik­er doof sind, son­dern weil ich zu faul, oder zu bequem bin mir selb­st mein Salz mitzubrin­gen, oder mich einzu­mis­chen. Meine Mei­n­ung ist was wert. Unsere Demokratie lebt von Men­schen, die den anderen ein paar Zutat­en in die Suppe hauen. Gut, man kann sie auch ver­salzen, aber aus Fehlern wird man bekan­ntlich klug.

Wer hin­dert uns denn daran uns einzu­mis­chen? Mitzu­machen? Ein­er Partei beizutreten und unsere Stimme zu erheben? Gemein­sam für eine bessere Zukun­ft, für ein Leben was schmeckt?

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Meine Mei­n­ung zur Poli­tik

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Ein Kommentar

  1. Moin moin😊 Bon apetit 😉

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