Dirk Diedrich

Sozialdemokrat

6. November 2015

Dithmarschen
Mare TV und abermals der Hafen in Friedrichskoog

Foto: Falk Lademann - CC BY 2.0

Habt Ihr auch alle den tollen NDR Beitrag von Mare TV zum The­ma Dith­marschen, und auch Friedrich­skoog gese­hen? Nein? Dann schnell hier nach­holen und meinen Senf gle­ich weit­er­lesen. Während ihr guckt mach ich mir einen Kaf­fee, also bis gle­ich.

Na zugegeben, ich als Dith­marsch­er füh­le mich nun ein wenig auf Kohl und Watt reduziert, das Übliche eben, wenn man an Dith­marschen denkt. Zum Glück kön­nen wir hier ja noch vieles mehr. Aber warum schreibe ich schon wieder? Ganz ein­fach, ich bin mal wieder schmer­zlich an den wun­der­baren Hafen in Friedrich­skoog erin­nert wor­den. Eigentlich passiert das in let­zer Zeit öfter, denn es häufen sich jet­zt in der Nach­sai­son die Leser­briefe von ent­täuscht­en Urlaubern in der Zeitung. Allein in den ver­gan­genen zwei Wochen waren es einige. IMAG2605Dazu kom­men noch Leser­briefe von Men­schen aus der Region, die die Prob­lematik eigentlich ganz gut umreißen.

Ich hab nicht immer helle Momente und mach ein Foto, aber diesen einen hier hab ich “auf­be­wahrt”.IMAG2606 Bess­er als die ent­täuscht­en Urlauber es in diesem Artikel schreiben kann man es nicht aus­drück­en. Damit endet mein Geschreibe, tschüss. Nein, keine Sorge, ich wollte den anderen Brief  noch zeigen. “Dröh­nende Diesel” sind mit Sicher­heit nicht das, was der Urlauber sehen will, wenn er zum “Hafen” fährt. Man erwartet also was? Schiffe, richtig. Eben unten im Text noch ein Hin­weis auf ein Wahlver­sprechen und die Frage nach möglich­er Ein­sicht. Ja, da ist was dran. Wie schön wäre es doch, wenn man das Gefühl hat, dass da an einem Strang gezo­gen wird.

Mare TV hat mir heute wieder sehr deut­lich dieses Klein­od vor Augen gebracht. Der Ver­sorg­er, der vom Koog aus nach Trischen tuck­ert, um dort die Vogel­wartin mit Nach­schub zu ver­sor­gen. Oder die Werft, die schnell mal die Ersatzteile für die Krabben­pul­mas­chine anfer­tigt. Wobei ich nicht glaube, dass die Bezahlung mit einem Kilo Krabben getan ist. Die Krabben müssen ja nun auch mit dem Laster aus Büsum rangekar­rt wer­den. Kann man sich übri­gens mal bei GoogleMaps anse­hen was das für eine Strecke ist — über Wöhrden, Mel­dorf, Helse und dann zum Koog. Das ist übri­gens auch der tägliche Arbeitsweg der Fis­ch­er zu ihren Booten, nur mal so ange­merkt.

IMAG2609

Auch in diesem Leser­brief wird Wahres gesprochen. Wer erin­nert sich noch an die Per­lebucht in Büsum? Was für ein Aufwand, nur um ein wenig “Sand­strandge­fühl” an unserem grü­nen Küsten­streifen zu haben. Wir haben hier nun mal Deich, Gras, Schafe und Krabbenkut­ter. Ach stimmt, Krabbenkut­ter nur noch in Büsum. Nicht ganz ohne Neid sagt die restliche “Grüne Küste”, das Büsum da ein Son­der­fall ist, denn die haben ja auch eine neue “Lagune” bekom­men. Der Asphaltkoloss war ja wirk­lich nicht mehr zeit­gemäß. Ich hin­ter­frage die Kosten lieber nicht. Jeden­falls gebe ich dem Mann in eini­gen Punk­ten recht. Ein leer­er Hafen ist keine Attrak­tion. Was son­st? Wo ist die Alter­na­tive? Das frage ich mich.

Im Moment beste­ht die Alter­na­tive aus der Hoff­nung, dass alle Beteiligten sich noch ein­mal vernün­ftig an einen Tisch set­zen und eine Lösung erar­beit­en, bei der jed­er einen Gewinn davon hat. Wir als SPD Dith­marschen haben an vie­len Stellen unser Konzept vorgestellt. Denn dröh­nende Dieselpumpen (ein­herge­hend damit sind Anzeigen wegen Ruh­estörung), leere Hafen­beck­en, arbeit­slose Men­schen und ein Aus­bleiben der Urlauber sind keine Alter­na­tive für diesen idyl­lis­chen Urlaub­sort.

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5 Kommentare

  1. Eike Braun sagt:

    Hal­lo Herr Diedrich,
    ich war sehr über­rascht, dass Sie von “We love Nord­seekrabben und unser Wat­ten­meer” gepostet wur­den.
    Ich komme aus Friedrich­skoog, bin also direkt betrof­fen und frage mich, was Sie tun wer­den, um die endgültige Schließung, die Ihnen ja anscheinend am Herzen liegt, zu ver­hin­dern?
    Obwohl ich Sie nicht kenne, war mein erster Gedanke “Wahlkampf”.
    Ich möchte von Ihnen gerne die Kosten erfahren, die die ganze Aktion bish­er gekostet hat (Wasserver­sorgung See­hund­sta­tion, Pumpen (echt sehr laut, wir wohnen direkt daneben), Aus­gaben für den Umbau der See­hund­sta­tion (damit von dort kein Wider­stand kommt (?)) usw..

    Geht das Speer­w­erk wirk­lich nicht mehr auf, weil durch die Pumpen Sand aufgewirbelt wurde? Fährt denn näch­stes Jahr so ein Schil­f­schnei­de­boot (habe ich hier noch nie gese­hen) durch unsere Fleete? Ggfs. wer bezahlt?

    Vom Wirtschaftsmin­is­teri­um habe ich auf meine Kosten­frage lei­der keine Antwort bekom­mem, vielle­icht sind Sie ja noch anders “gestrickt”.

    Eike Braun

    • ddiedrich sagt:

      Hal­lo nach Friedrich­skoog,
      ich war auch sehr ver­wun­dert, dass ich dort gepostet wurde, aber wahrschein­lich liegt es daran, dass wir the­ma­tisch am sel­ben Strang ziehen.
      Wahlkampf ist kein The­ma, das kann ich ver­sich­ern, denn ich bin kein Kan­di­dat für irgend­was. Ich bin ein ein­fach­es Mit­glied, dass in den Lan­desvor­stand gewählt wurde und vertrete eben ein­fach nur meine Mei­n­ung.
      Die Frage nach den Kosten ist eine berechtigte, ich werde den zuständi­gen Land­tagsab­ge­ord­neten dazu gerne mal befra­gen, ob er was in Erfahrung brin­gen kann. Die “Regierung” ist ein Ver­wal­tungsap­pa­rat, der der Basisipoli­tik gegenüber nicht zur Auskun­ft verpflichtet ist. For­mal laufen solche Fra­gen als “Kleine Anfrage” durch den Land­tag. Aber den­noch werde ich gern ein­mal nach­hak­en, damit Sie eine Antwort bekom­men, und let­zten Endes inter­essiert es mich ja auch! Schöne Grüße aus Hei­de

  2. Eike Braun sagt:

    Sper­rw­erk, nicht Speer­w­erk!

  3. Vie­len Dank, für Ihre Aufmerk­samkeit… ich hoffe Sie tra­gen es weit­er.

    • ddiedrich sagt:

      Vielle­icht noch einen Nach­trag im All­ge­meinen, da die Lan­desregierung hier immer so schlecht gemacht wird. Kein Dith­marsch­er SPD Abge­ord­neter hat jemals die Hand für die Einziehung des Hafens gehoben. In der dama­li­gen Regierungssi­t­u­a­tion unter Schwarz Gelb hät­ten die Stim­men von den Abge­ord­neten Mag­nussen und Kum­bartzky aus­gere­icht um die Schließung zu ver­hin­dern!

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