{"id":739,"date":"2018-02-15T09:57:27","date_gmt":"2018-02-15T08:57:27","guid":{"rendered":"https:\/\/dirk-diedrich.de\/?p=739"},"modified":"2018-02-15T09:57:27","modified_gmt":"2018-02-15T08:57:27","slug":"die-revolution-frisst-ihre-kinder","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dirk-diedrich.de\/?p=739","title":{"rendered":"Die Revolution frisst ihre Kinder&#8230;."},"content":{"rendered":"<p>Als Lehrer ist man ja gehalten ein wenig Selbstrefektion zu \u00fcben. In dem Sinne, &#8220;Was habe ich getan, was habe ich erreicht, und was muss ich ver\u00e4ndern.&#8221; Ich will mal Tag acht nach meinem verh\u00e4ngnisvollem #Tweet Revue passieren lassen. Was habe ich gemacht? Ich habe in meinem Wohnzimmer Twitter relativ maulig mich dazu ge\u00e4u\u00dfert, dass ich diese &#8220;kommissarische&#8221; Einsetzung von Andrea nicht gut hei\u00dfen kann.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h2>Selbstreflektion:<\/h2>\n<h4>Was habe ich getan?<\/h4>\n<p>Dann, einen Tag sp\u00e4ter in meiner nicht \u00f6ffentlichen Facebookseite das Ganze etwas weniger maulig wiederholt. Ein Statement, das sich an die Ortvereine richtet. Na ja, hab ich ja gestern ausf\u00fchrlich in meinem Blog erkl\u00e4rt.<\/p>\n<h4>Was habe ich erreicht?<\/h4>\n<p>Viel. Vieles, was ich wollte, zu viel was ich nicht wollte.<\/p>\n<ul>\n<li>Als erstes habe ich erreicht, dass innerhalb der Partei diskutiert wird. Ich mag Diskussionen.<\/li>\n<li>Es kandidieren nun bereits zwei weitere Menschen, die mit Sicherheit um L\u00e4ngen schlauer und erfahrener (dickfelliger) sind als ich.<\/li>\n<li>Ich stehe auf einmal \u00fcberall in der Zeitung, teils vorteilhaft, teils unvorteilshaft (Nun, einen professionellen Fotografen hab ich ja nicht, und schon gar niemanden der im Chaos meines Rechners in 2 Minuten ein brauchbares Bild findet.)<\/li>\n<li>Man redet mit mir. Das ist gut, birgt aber Gefahren, da ich aus meinem Herzen keine M\u00f6rdergrube mache.<\/li>\n<li>Man mailt mir. Ich bekomme gern Post. Was ich aber nicht mag ist, wenn ich keine Zeit zum Antworten habe.\u00a0 Es ist mir wichtig mit jemand zu reden, wenn er mich schon anschreibt.<\/li>\n<li>Man beschimpft mich. Nein, das tut weh, weil es mir an die Nieren geht. Mit welchem recht beschimpft man fremde Menschen die man nicht kennt? Ihr tut mir weh, und es w\u00e4re nett, wenn ihr das lassen k\u00f6nntet.<\/li>\n<\/ul>\n<h4>Was habe ich daraus gelernt?<\/h4>\n<p>Auf jeden Fall sind die in der Presse erw\u00e4hnten &#8220;Chaostage&#8221; ein wenig inszeniert. Ob sich die Presse, oder die Welt wirklich nach so viel Durcheinander sehnt wei\u00df ich nicht. Vor ein paar Jahren w\u00e4re es schei\u00df egal gewesen ob ein Studienrat aus Heide sagt, dass er sich auf einem Bundesparteitag zur Wahl stellt. Niemand h\u00e4tte das auch nur als Randnotiz wahrgenommen. Ich w\u00e4re dann wahrscheinlich einfach wieder unter &#8220;meinen Stein gekrochen&#8221; ( Zitat aus einer liebevollen Mail eines Freundes der SPD).<\/p>\n<p>Aber in den heutigen Zeiten bist du 24h nach Bekanntwerden einer solchen \u00c4u\u00dferung in allen Medien. Leute, habt ihr nichts wichtigeres zu tun? In Amerika starben heute wieder Menschen, und ich bin fassungslos. Das besch\u00e4ftigt mich. Da hab ich keine Lust mir Gedanken zu machen, wer da irgendeine Sau braucht, die er durch das Dorf treiben kann.<\/p>\n<p>Seit ewigen Jahren twittere ich vor mich hin. Wenn ich mich freue, wenn ich sauer bin&#8230; egal, ich hau alles raus. Es ist ein ausgewogenes Verh\u00e4ltnis. Ich kann alles lesen, allen antworten. Sogar zeit zum Lesen meiner TL (neumodisch f\u00fcr Timeline) hab ich. Zu Geburtstagen gratulieren. Hier gute Besserung w\u00fcnschen, da ein wenig politisch sticheln&#8230; Alles Vergangenheit. Eine Stunde nicht auf das Smartphone geschaut, schon steht da 99+ bei den Mentions. Da bleibt nur durchscrollen und ein paar Herzen verteilen. Leute, das will ich nicht.<\/p>\n<p>Wenn ich Facebook aufmache und meinen pers\u00f6nlichen Account und die Gruppen durchforste, dann springen mir leider die w\u00fcrzigen Beitr\u00e4ge der H\u00e4me entgegen. Nat\u00fcrlich bekomme ich auch liebe Worte. Aber ausschlie\u00dflich von Menschen die mich wirklich kennen. Der Rest liest sich entweder \u00fcberheblich, oder abf\u00e4llig. Ist das wirklich die Gesellschaft heute? Oh man. Ich glaube ich lebe zu lange in meiner &#8220;Filterblase&#8221; (Heimat, Umfeld in diesem Fall).<\/p>\n<p>Mails trudeln hier ein. Ist ja heute schon normal, dass jeder Mensch f\u00fcr sich das Recht raus nimmt seinen Gedanken in Mails an alle Adressen die er erwischen kann freien Lauf zu lassen. Einige Mails habe ich lieber nach dem lesen gel\u00f6scht. Nicht, weil ich nicht antworten wollte, ich konnte es nicht, denn ich musste den Inhalt erst einmal verdauen. Meine Gedanken kreisten um Erziehungsfragen, Anstand und gegenseitigen Respekt. W\u00fcrgereflex&#8230;.<\/p>\n<p>Das Telefon ist genau so ein komisches Instrument. Jo, ich hab meine Nummer im Netz. Wie soll ich sonst f\u00fcr die W\u00e4hlerinnen und W\u00e4hler in meinem Wahlkreis da sein? Nun, jedenfalls gehe ich ran, wenn es klingelt&#8230; Nein, ich bin kein Sorgentelefon f\u00fcr alle Probleme der Welt. In Dithmarschen w\u00fcrde man sagen &#8220;Mir w\u00e4chst kein Gras aus der Tasche&#8221;. Sicher h\u00f6re ich gern zu, aber ich bin nicht Google. Wer auf alles eine Antwort haben will, der muss bei Kai anrufen. Doch sp\u00e4testens, wenn man mich am Telefon anp\u00f6belt ist bei mir der Bock fett. Echt, das muss nicht sein. Das will ich nicht. W\u00e4re lieb, wenn man sowas l\u00e4sst.<\/p>\n<p>Ich bin im Moment nix in diesem Land. Ich bin nicht wichtiger als unser B\u00e4cker oder sonst wer. Ruft ihr den an?<\/p>\n<p>Letzter Satz: Siehe Titel.<\/p>\n<p>(Und an den netten Menschen, der mir meine mangelnden Deutschkennnisse und fehlende Vorbildfunktion vorhielt, wenn sie Fehler finden, behalten Sie die gern.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als Lehrer ist man ja gehalten ein wenig Selbstrefektion zu \u00fcben. 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