{"id":639,"date":"2018-01-09T14:50:39","date_gmt":"2018-01-09T13:50:39","guid":{"rendered":"https:\/\/dirk-diedrich.de\/?p=639"},"modified":"2018-01-09T14:50:39","modified_gmt":"2018-01-09T13:50:39","slug":"hegen-rether-revolution","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dirk-diedrich.de\/?p=639","title":{"rendered":"Hegen Rether &#8211; Evolution vs. Revolution"},"content":{"rendered":"<p>Vergangenes Wochenende hatte ich das Vergn\u00fcgen den sechsten Teil\u00a0von Hagen Rethers\u00a0B\u00fchnenprogramms &#8220;Liebe&#8221; in Heide zu sehen. Mit gewohnt spitzer Zunge spaltet er die Zuh\u00f6rerschaft und spitzt seine Pointen zu. Eine wahre Freude diesem K\u00fcnstler des Satzbaus zuzuh\u00f6ren. Drei Stunden Programm hatte er mitgebracht, das die Zuh\u00f6rerschaft in allen Facetten begeisterte. Da konnte er grunzend im Stuhl sitzen, gedankenverloren eine Banane m\u00fcffeln, oder aber Donald Trump verbal die Hose ausziehen.<!--more-->Na, liest sich wie ein Konzertbericht? Irrtum, ich bin ja kein Kulturberichterstatter, sondern ein Mensch, der das auf der B\u00fchne gesagte aufnimmt und irgendwie tagelang verdauen muss, um sich dann dazu zu \u00e4u\u00dfern. Mir geht es um zwei Begriffe, Revolution und Evolution.<\/p>\n<h3>Intro<\/h3>\n<p>Die Menschen steuern auf ihr Ende zu, wenn sie nichts \u00e4ndern. Dieses Bild vermittelt Hagen Rether uns. Ja, er hat irgendwie auch nicht Unrecht. Denn die Ressourcen, die wir freim\u00fctig heraushauen lassen vermuten, als h\u00e4tten wir noch eine zweite Erde im Keller, falls wir diese hier kaputt gespielt haben. Hagen Rether gipfelt mit der Aussage, &#8220;Ich aber glaube ja eher an die Evolution als an die Revolution.&#8221; Diese Aussage arbeitet nun seit dem Wochenende in mir.<\/p>\n<h3>Revolution<\/h3>\n<p>Mit Revolution verbinden die Menschen meistens blutige Umst\u00fcrze und kein Gef\u00fchl was irgendwie in die eigene Komfortzone passt. Doch, wenn man mal Wikipedia.de befragt zu diesem Thema, dann steht unter <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Revolution\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Revolution<\/a>:<\/p>\n<p>&#8220;Eine <b>Revolution<\/b> ist ein grundlegender und nachhaltiger struktureller Wandel eines oder mehrerer Systeme, der meist abrupt oder in relativ kurzer Zeit erfolgt. Er kann friedlich oder gewaltsam vor sich gehen. Es gibt Revolutionen in <a title=\"Herrschaft\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Herrschaft\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Herrschaftssystemen<\/a>, in der <a title=\"Wirtschaft\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wirtschaft\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Wirtschaft<\/a>, in der <a class=\"mw-redirect\" title=\"Sozialordnung\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sozialordnung\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Sozialordnung<\/a> eines Staates, in der Technik und in der Wissenschaft.<\/p>\n<p>Als gegens\u00e4tzlich gelten die Begriffe <a title=\"Soziokulturelle Evolution\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Soziokulturelle_Evolution\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Evolution<\/a> und <a title=\"Reform\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Reform\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Reform<\/a>: Sie stehen f\u00fcr langsamer ablaufende Entwicklungen beziehungsweise f\u00fcr \u00c4nderungen ohne radikalen Wandel&#8221;<\/p>\n<p>N\u00fcchtern betrachtet ist also eine Revolution nicht zwingend etwas gewaltsames. Das Wort friedlich ist eindeutig zu erkennen.<\/p>\n<h3>Evolution<\/h3>\n<p>Ich bin ehrlich. Evolution ist f\u00fcr mich fast noch negativer besetzt als Revolution, denn ich verbinde mit Evolution immer automatisch das Sprichwort: &#8220;Die Gr\u00f6\u00dferen fressen die Kleineren&#8221;, oder aber eine Art Auslese der Besten.\u00a0 Wikipedia sagt zu <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Evolution\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Evolution:<\/a><\/p>\n<p>&#8220;Unter <b>Evolution<\/b> (von lateinisch <span lang=\"la-Latn\"><i>evolvere<\/i><\/span> \u201eherausrollen\u201c, \u201eauswickeln\u201c, \u201eentwickeln\u201c) versteht man im deutschen Sprachraum heute in erster Linie die <i>biologische Evolution<\/i>. Darunter wird die allm\u00e4hliche Ver\u00e4nderung der vererbbaren Merkmale einer Population von Lebewesen von Generation zu Generation verstanden. Das Lehr- und Forschungsgebiet der Evolution wird als <a title=\"Evolutionsbiologie\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Evolutionsbiologie\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Evolutionsbiologie<\/a> bezeichnet und unterliegt, wie viele andere Wissenschaften, kontinuierlich neuen Einsichten, wozu allein schon die Entdeckung neuer Fossilien oder neuartiger Methoden beitragen k\u00f6nnen.&#8221;<\/p>\n<p>Vielleicht muss man dazu noch den Begriff der &#8220;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Soziokulturelle_Evolution\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Soziokulturellen Evolution<\/a>&#8221; dazu holen. nachdem ihr hier nun eine Stunde gelesen habt, stellt ihr fest, dass es auch hier vorwiegend um eine Bestenauslese geht. Seien\u00a0damit nun Menschen, oder aber Systeme gemeint ist\u00a0erst einmal unwichtig.<\/p>\n<h3>Evolution contra Revolution.<\/h3>\n<p>Ich will f\u00fcr mich mal klarmachen, warum die Gesellschaft in der wir alle so scheinbar friedlich leben sich nicht durch eine Art Evolution ver\u00e4ndern kann. Meine erste These dazu ist eine Metapher. Kein Hundefutter hat jemals einen Hund gefressen. Wenn dieses zerhackte, zur Unkenntlichkeit zerkleinerte Fleisch aber vor der T\u00f6tung, und vor dem Prozess des Zerhackens einmal ein Wolf, Krokodil oder sonstiges Tier war, dann w\u00e4re es schon m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Puh, was will ich sagen? Es ist also nicht m\u00f6glich, durch Anpassung und Optimierung diesen Prozess umzudrehen. Am Ende frisst der Hund immer das Futter. Auch ist es nicht m\u00f6glich\u00a0durch einige genetische &#8220;Hoppla&#8221; Effekte aus dem Hundefutter ein Raubtier zu machen.<\/p>\n<p>Der Prozess muss aus sich heraus auf den Kopf gestellt werden.<\/p>\n<p>Wenn die Tiere vor dem Schlachthof also &#8220;a priori slaughterhouse&#8221; erkennen k\u00f6nnten was passiert, und die Tiere aufbegehren, dann k\u00f6nnten Sie sich einfach verweigern und k\u00f6nnten dann im schlimmsten Fall den Hund fressen.<\/p>\n<h3>Meine Schlussfolgerung<\/h3>\n<p>Es kann also nur durch eine Art Reset, oder Paradigmenwechsel, oder wie man das Ding immer nennen will geschehen.<\/p>\n<ul>\n<li>Die Sozialen Sicherungssysteme n\u00e4hren sich nur von der Erwerbsarbeit. Diese wird in den n\u00e4chsten zehn Jahren immer weiter zur\u00fcckgehen. Immer mehr Geld ist in anderen System unterwegs. Also Steuern erh\u00f6hen und abgleichen. Dann alle Menschen in unserem System in einem neuen System absichern. Wie das auch hei\u00dfen mag. Die &#8220;Rente&#8221; jedenfalls hat ausgesorgt.<\/li>\n<li>Die Bildungssysteme orientieren sich immer noch an den klassischen &#8220;Erwerbsbiografien&#8221; die lebensbegleitend einen Beruf, oder zumindest ein Berufsfeld voraussetzen. Bildung der Zukunft muss Menschen in die Lage versetzen, dass sie nicht nur Geld verdienen, sondern eben auch am Entwicklungsprozess mitarbeiten k\u00f6nnen. Das Umfeld bewegt sich, da kann der Mensch nicht der statische Faktor sein, sondern muss die Rolle des Gestalters haben.<\/li>\n<li>Das Geld an sich muss neu gedacht werden. Mit unserer H\u00e4nde Lohn erwirtschaften wir nur noch einen Bruchteil des gesamt auf dem Markt verf\u00fcgbaren Anteils an Geld. Unternehmen erwirtschaften mit klassischen Warengesch\u00e4ften immer weniger Geld. Das meiste Geld wird im &#8220;fiktiven&#8221; Raum verdient und gehandelt.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Wir haben keine Wahl. Die Ressourcen unseres Planeten sind endlich. Die Belastbarkeit der Menschen auch.\u00a0Ebenso ist eine\u00a0fatale Neiddebatte entstanden, die die Schw\u00e4chsten der Gesellschaft trifft. Wir brauchen Ideen wie wir in 20 Jahren zusammen leben wollen.<\/p>\n<p>Ich habe keine Lust, dass meine Kinder auch als Hundefutter enden!\u00a0Demokratische Revolution, jetzt!<\/p>\n<p>Lest gerne andere Artikel von mir hier zum Thema <a href=\"https:\/\/dirk-diedrich.de\/gerechtigkeit-made-in-schleswig-holstein\/\">Vertrauen<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vergangenes Wochenende hatte ich das Vergn\u00fcgen den sechsten Teil\u00a0von Hagen Rethers\u00a0B\u00fchnenprogramms &#8220;Liebe&#8221; in Heide zu sehen. Mit gewohnt spitzer Zunge spaltet er die Zuh\u00f6rerschaft und spitzt seine Pointen zu. Eine wahre Freude diesem K\u00fcnstler des Satzbaus zuzuh\u00f6ren. Drei Stunden Programm hatte er mitgebracht, das die Zuh\u00f6rerschaft in allen Facetten begeisterte. 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