{"id":567,"date":"2017-09-12T19:39:32","date_gmt":"2017-09-12T17:39:32","guid":{"rendered":"https:\/\/dirk-diedrich.de\/?p=567"},"modified":"2017-09-12T19:39:32","modified_gmt":"2017-09-12T17:39:32","slug":"bildungskosten-wo-bleibt-die-revolution","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dirk-diedrich.de\/?p=567","title":{"rendered":"Bildungskosten &#8211; Wo bleibt die Revolution?"},"content":{"rendered":"<p>Bildungskosten, das Wort an sich gef\u00e4llt mir schon nicht wirklich. Nun, warum schreib ich schon wieder was? Das Statistische Bundesamt hat im Februar die bundesweiten Bildungskosten 2014 ver\u00f6ffentlicht. Dort wird sehr anschaulich beschrieben wie viel Geld ein Land in jede Sch\u00fclerin und jeden Sch\u00fcler investiert.\u00a0<!--more--><\/p>\n<h3>Der Stand 2005<\/h3>\n<p>Relativ homogen startet die \u00dcbersicht. Alle Bundesl\u00e4nder liegen irgendwie um die 5000 Euro pro Kopf, pro Jahr. Spitzenreiter Hamburg mit 5400 Euro und Schlusslicht Saarland mit 4500 Euro pro Kopf. Die restlichen Bundesl\u00e4nder tummeln sich irgendwo in der Mitte. Nun h\u00f6ren wir von allen Politikern seit Jahren, dass mehr in Bildung investiert werden soll. Perfekt, mag man denken. Wenn man die Zahlen ansieht, dann geht es aufw\u00e4rts. Bundesweit sind die Ausgaben bis 2014 um 1800 Euro pro Kopf gestiegen. Einige Bundesl\u00e4nder, wie Bayern sogar um 2900 Euro oder Th\u00fcringen um 2400 Euro. Leselink <a href=\"https:\/\/www.destatis.de\/DE\/Publikationen\/Thematisch\/BildungForschungKultur\/BildungKulturFinanzen\/AusgabenSchueler5217109147004.pdf?__blob=publicationFile\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">HIER<\/a><\/p>\n<h3>2014<\/h3>\n<p>Wie eben angedeutet ist der Trend steigend. Aber es gibt auch L\u00e4nder, die deutlich weniger finanziellen Spielraum in den knapp 10 Jahren hatten. So schafften das Saarland nur 1200 Euro, und Schleswig-Holstein schaffte es unter der bundesdeutschen &#8220;Schuldenbremse&#8221; nur auf 1000 Euro mehr. Leider reichte der lokale Kraftakt nicht, um sich von der Schlu\u00dflichtposition zu l\u00f6sen. Zur Zeit liegen wir im Norden ganz hinten. Klar, die Sozis waren in den letzten Jahren in der Verantwortung, aber wenn man bedenkt, dass andere Bundesl\u00e4nder seit 2004 kontinuierlich investiert haben, und bis 2009 hier in SH nicht ein Euro mehr ausgegeben wurde, dann versteht man, dass dieser Abstand nicht so leicht aufzuholen ist. Denn Geld im \u00dcberfluss steht dem Bundesland zwischen den Meeren nicht zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<h3>Analyse<\/h3>\n<p>Also, die Bildungsausgaben pro Kopf liegen irgendwie im Bundesschnitt im Moment bei 6700 Euro pro Kopf und Jahr. Im Schnitt rechne ich einfach mal mit 10 Schuljahren, weil es einfacher ist. Die schulische Ausbildung eines Menschen im Land kostet also 67000 Euro. Diese Zahl sei nun mal unsere Bemessungszahl, an der wir alles Weitere analysieren. Bitte nicht hochwissenschaftlich, sondern einfach mal soooo, fix auf einem Bierdeckel (Andere haben so Steuerkonzepte versprochen). Wir arbeiten vom Ende einer Ausbildung\/Studium mit im Mittel 23 Jahren bis zur Rente im Moment 44 Jahre. In dieser Zeit erwirtschaften wir, wenn ich mal einen gerundeten Mittelwert der Verteilungskurve von 30000 Euro pro Jahr annehme also eine Summe von: <strong>1.320.000 Euro<\/strong>.\u00a0Das ist ne ganze Menge, denke ich. Von diesen etwas mehr als 1,3 Millionen Euro zahlen wir Steuern, Rente etc. Gepeilt ca 22 % Steuern, das w\u00e4ren: <strong>290400<\/strong> Euro. Dazu ungef\u00e4hr die selbe Summe in die Rente. Die ungef\u00e4hre H\u00e4lfte in die Arbeitslosenversicherung und so weiter. Das ist Geld, dass der Staat also von uns zur Verf\u00fcgung gestellt bekommt um seine Staatsaufgaben zu erledigen, bzw so anzulegen, damit wir im Alter, oder im Notfall abgesichert sind.<\/p>\n<h3>Das kann man toppen<\/h3>\n<p>Wenn ich nun im Schnitt von 20 Millionen Menschen ausgehe, die voll im Erwerb stehen (es sind ein paar mehr, aber ich finde die Tabelle nicht), dann haben diese 20 Millionen Menschen im Erwerbsleben 26.400 Milliarden Euro verdient und, 5808 Milliarden Steuern gezahlt.<\/p>\n<p><strong>Planspiel<\/strong><\/p>\n<p>Stellen wir uns vor die Bildungsausgaben w\u00fcrden so super erh\u00f6ht, dass die Menschen besser gebildet und flexibler ausgebildet in bessere Jobs geraten. Angenommen, das Durchschnittseinkommen steigt durch diese tolle Bildungspolitik und durch die dann brummende Wirtschaft auf 40000 Euro im Jahr. das w\u00e4ren dann 1.760.000 Euro, bzw 387200 Euro Steuern im Erwerbsleben eines Einzelnen. Auf alle gerechnet 7740 Milliarden Euro. Also Mehreinnahmen f\u00fcr den Staat in H\u00f6he von knapp 2000 Milliarden in 44 Jahren. Der Staat k\u00f6nnte also&#8230;..<\/p>\n<p><strong>Revolution<\/strong><\/p>\n<p>Ja, er k\u00f6nnte: Jedes Jahr 44 Milliarden MEHR f\u00fcr Bildung ausgeben! Das nach meiner Milchm\u00e4dchenrechnung bei momentan 11 Millionen Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern ein plus von 4000 Euro. So, und nun im Ernst, wenn die Bildungsausgaben in 100-Euro Schritten pro Jahr steigen, wie soll da was besser werden?<\/p>\n<p>Wer hindert uns daran daf\u00fcr zu streiten, dass wir diese Idee weiter verfolgen. Lasst uns beginnen, wer h\u00e4lt uns auf?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bildungskosten, das Wort an sich gef\u00e4llt mir schon nicht wirklich. Nun, warum schreib ich schon wieder was? Das Statistische Bundesamt hat im Februar die bundesweiten Bildungskosten 2014 ver\u00f6ffentlicht. 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