{"id":496,"date":"2017-06-26T08:26:20","date_gmt":"2017-06-26T06:26:20","guid":{"rendered":"https:\/\/dirk-diedrich.de\/?page_id=496"},"modified":"2017-06-26T08:26:20","modified_gmt":"2017-06-26T06:26:20","slug":"gedichte","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/dirk-diedrich.de\/?page_id=496","title":{"rendered":"Gedichte"},"content":{"rendered":"<p><em><strong>Der Pfahl<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Ich bin dein Pfahl,<br \/>einst weiser Baum.<br \/>Nun stehe ich hier,<br \/>du glaubst es kaum.<\/p>\n<p>Erz\u00e4hl ich dir meine Geschicht&#8217;<br \/>eingepackt in ein Gedicht.<\/p>\n<p>Dort oben an dem steilen Hang,<br \/>da stand ich einst mein Leben lang.<br \/>Bis dann ein Bauer der mich schlug,<br \/>sp\u00e4ter dann ins Tale trug.<br \/>Um Kleinholz wohl aus mir zu machen<br \/>und manch andre wichtge Sachen.<\/p>\n<p>Es trieb mich ein des Hammers Klang<br \/>nun steh ich hier mein &#8220;Leben&#8221; lang.<\/p>\n<p>Vieles hab ich schon geseh&#8217;n,<br \/>und kann doch weiter nichts als steh&#8217;n.<br \/>Kein Sturm konnt mich einst besiegen.<\/p>\n<p>Doch trocken nun, da werd&#8217; ich brechen<\/p>\n<p>und kann mich nur mit Splittern r\u00e4chen.<\/p>\n<p><em><strong>Peng<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Urknall &#8211; Weltall &#8211; Erdball &#8211; Spielball &#8211; \u00fcberall &#8211; Krieg &#8211; &#8220;Peng&#8221; &#8211; Urknall &#8211; Weltall &#8211; &#8230;<\/p>\n<p>(1995)<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><em><strong>Von Schleiern und Vergangenheit<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Der Sommer ist gegangen,<br \/>die Schleier des Herbstnebels liegen in den T\u00e4lern.<br \/>Der Herbst ist gegangen,<br \/>Schneetreiben bet\u00e4ubt den Blick aus dem Fenster.<\/p>\n<p>Du bist gegangen,<\/p>\n<p>meine Gedanken &#8211; verschleiert.<\/p>\n<p>Ich warte auf den Fr\u00fchling,<br \/>wenn das Licht wieder mit Macht herrscht<br \/>und kein Schleier erneuten Wechsel bringt.<br \/>(1995)<\/p>\n<p><em><strong>Finsternis<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Dunkel der Weg,<br \/>Finster mein Herz.<br \/>Doch Angst sp\u00fcre ich nicht,<br \/>denn Du bist mein Licht.<br \/>(1995)<\/p>\n<p><em><strong>Du bist weg<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Du klebst in meinem Hirn,<br \/>so wie Dein Geruch auf meiner Haut.<br \/>Fast m\u00f6chte ich verzweifeln.<br \/>Ich f\u00fchle mich einsam.<br \/>Aber ich werde mich im Strudel der Gedanken der Vergangenheit treiben lassen<br \/>und Gl\u00fcck f\u00fchlen.<br \/>(1995)<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><em><strong>Faszination<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Faszinierend ist es zuzusehen<br \/>wie ein Tropfen in einen See f\u00e4llt<br \/>und seine Kreise sich im unendlichen verlieren.<\/p>\n<p>Faszinierend ist es zuzusehen<br \/>wenn nach einem tosenden Gewitter<br \/>sich zart am Horizont ein Regenbogen zeigt.<\/p>\n<p>Faszinierend ist es zuzusehen<br \/>wenn der Mond sich vor die glei\u00dfende Sonne schiebt<br \/>und die Erde in ein fahles Licht taucht.<\/p>\n<p>Faszinierend ist es zuzusehen<br \/>wenn Du morgens Deine wunderbaren Augen \u00f6ffnest<br \/>und &#8220;ich liebe Dich&#8221; sagst.<br \/>(1995)<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><em><strong>Gef\u00fchle<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Gef\u00fchle kann man nicht in Worte fassen,<br \/>Angst vor Versagen,<br \/>Flugzeuge im Bauch,<br \/>hemmungsloses Verlangen,<br \/>tiefste Vertrautheit.<br \/>Zitternde Beine und Kl\u00f6tze in der Kehle,<br \/>Oder einfach nur zwei Augenpaare die sich zuf\u00e4llig treffen<br \/>und zwei verschwitze feuchte H\u00e4nde.<br \/>(1995)<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><strong><em>Trauer<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Ich sitze im Abfall meiner Gef\u00fchle,<br \/>z\u00e4he Gedanken umspinnen mich.<br \/>F\u00fchle mich g\u00e4nzlich verheddert.<br \/>Gute Ratschl\u00e4ge von \u00fcberall,<br \/>wo ich anfangen soll.<br \/>Doch immer wenn ich mich bewege<br \/>zieht sich das Kn\u00e4uel fester um meinen Hals.<\/p>\n<p>Warum immer nur Worte? Warum keine Schere?<br \/>(1995)<\/p>\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Pfahl Ich bin dein Pfahl,einst weiser Baum.Nun stehe ich hier,du glaubst es kaum. Erz\u00e4hl ich dir meine Geschicht&#8217;eingepackt in ein Gedicht. Dort oben an dem steilen Hang,da stand ich einst mein Leben lang.Bis dann ein Bauer der mich schlug,sp\u00e4ter dann ins Tale trug.Um Kleinholz wohl aus mir zu machenund manch andre wichtge Sachen. 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