Dirk Diedrich

Sozialdemokrat

19. Februar 2016

Dithmarschen/Heide/Satire
Der falsche Tag zum “krank” sein!

Foto: Jamie - CC BY 2.0

“Die beste Krankheit taugt nix”, besagt ein Sprich­wort. Aber dass manche Selb­stver­ständlichkeit­en in unserem Gesund­heitswe­sen so schle­ichend und leise geän­dert wer­den wie der Not­di­en­stkalen­der der Apotheken, ist mir ein Rät­sel. Wer von uns ken­nt das nicht? Als junge Eltern zum Beispiel: Kind bekommt abends plöt­zlich Fieber, also schnell ins Auto hüpfen und zur Apotheke um etwas Fiebersenk­endes zu besor­gen. Die Not­di­en­st­ge­bühr bezahlt man nicht gern, aber es nutzt ja nichts. Das ganze ist soweit nor­mal und bekan­nt, bis sich am 1.12015 der Not­di­en­stkalen­der der Apotheken in Schleswig-Hol­stein änderte. Seit dem gibt es einen Tag in der Woche, an dem sollte man lieber nicht “kränkeln”. Warum? Na, ganz ein­fach. Seit­dem gibt es in zen­tralen Orten keinen durchgängi­gen Not­di­enst mehr. Die Rends­burg­er haben etwas Glück, weil Büdels­dorf in der Nähe ist. Aber an der West­küste ist man echt geknif­f­en. So muss man aus Hei­de also entwed­er nachts nach Büsum oder Wes­sel­bu­ren fahren. Noch schlim­mer erwis­cht es einen, wenn man nicht im Zen­tralort wohnt, und ins Kranken­haus, zur Anlauf­prax­is muss. Am schlimm­sten sind die Men­schen betrof­fen, die noch nicht ein­mal ein Auto haben.

Worst case (Neudeutsch für den GaU (mod­ern­deutsch für den Größten anzunehmenden Unfall)) gefäl­lig? Man wohnt irgend­wo bei Schalkholz und fährt mit dem Taxi 20 km nach Hei­de ins Kranken­haus. Dort gibt es nach meist “kurz­er” Wartezeit ein Rezept. Damit macht man sich auf die Suche nach ein­er Apotheke. Büsum, pri­ma! 23km mit dem Taxi hin, ach ver­dammt und wieder nach Schalkholz 43 km zurück. Das macht dann fast 90km im Taxi. Wenn ich jet­zt Google befrage was ein Kilo­me­ter kostet, dann ergibt das 154,80 Euro! Definitv der falsche Tag zum “krank” sein!!!

Also, ich hab mich da mal hin­ter gek­lemmt. Lei­der ver­liefen meine Anfra­gen vom ver­gan­genen Jahr im Sand. Dieses Mal hab ich im Min­is­teri­um nachge­fragt. Ich halte euch auf dem Laufend­en.

Schlagwörter:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.