Dirk Diedrich

Sozialdemokrat

Pressemitteilung

Ene Mene Muh und raus bist DU! Abschied auf Raten!

Nun ist die Zeit im Lan­desvor­stand zu Ende. Ich bin gegan­gen. Ja, ich hab’ nicht bis zum Ende der Wahlzeit gewartet, son­dern ich habe frühzeit­ig “hingeschmis­sen” bin “geflüchtet” oder was man son­st noch alles für neg­a­tiv beset­zte Worte find­en mag. Es war ein Abschied auf Rat­en, der eigentlich schon rel­a­tiv früh begann. Im nach­hinein war es eine “Umori­en­tierung” und eine sin­nvolle Nutzung mein­er Kraft.

Der Einstieg

Ich war damals stel­lvertre­tender Lan­desvor­sitzen­der der Arbeits­ge­mein­schaft für Bil­dung in SH. Sowohl die AG als auch unser Kreisver­band bestärk­ten mich, dass ich doch meine “gewin­nende Art” in der Lan­despoli­tik ein­set­zen soll­ten. So kam es, dass ich auf dem LPT 2015 für den Lan­desvor­stand kan­di­dierte. Demut vor dem Wahlergeb­nis und Dankbarkeit an die Delegierten ver­spüre ich bis heute. Zack, ich war Mit­glied des Lan­desvor­stands. Ein wichtiger Poli­tik­er in SH. Schließlich war die SPD an der Regierung zu dieser Zeit. Doch es ist schw­er Säm­linge zu ziehen, wenn man im Schat­ten eines allzu großen Baumes sein Feld beack­ert. Das musste ich schnell ler­nen.

Mehr Gerechtigkeit wagen

Dieses The­ma bespiel­ten wir in der ersten Zeit. Ein her­rlich­es The­ma für Parteiar­beit von der Basis bis zur Spitze. Auf Kreisebene haben wir das “Konzept­pa­pi­er” was der Kuh­berg aus der vorheri­gen Wahlpe­ri­ode gefer­tigt hat­te bew­ertet und disku­tiert. In unzäh­li­gen Tre­f­fen in Ortsvere­inen und Im Kreis Änderungsanträge gebastelt, bis es dann endlich fer­tig war. Im Lan­desvor­stand haben wir auch darüber berat­en und immer wieder daran gear­beit­et. Team­work im wahrsten Sinne des Wortes. Fast alle haben sich gle­ich­berechtigt einge­bracht. Schade zwar, dass der Pas­sus mit der Abrech­nung an Schröders Agen­dapoli­tik her­aus fiel, aber ich finde, da hat­te die SPD Schleswig-Hol­stein ein tolles Papi­er zusam­mengeschrieben. Das Papi­er hat­te, wenn man es aufmerk­sam liest, oder die Kern­forderun­gen sich mal in Ruhe auflis­tet, (hier) nur den Nachteil, dass die meis­ten poli­tis­chen Forderun­gen nur auf Bun­des- oder Europaebene zu real­isieren waren.

Für die engere Führungsriege der SPD-SH war es jedoch Grund­lage zum Land­tagswahlkampf­pa­pi­er. Fragt mich bitte nicht warum! Lei­der kam zu dieser Zeit auch das so genan­nte Gabriel­pa­pi­er her­aus, und die GuG in Deutsch­land dacht­en, dass wir in SH Sig­mar stürzen woll­ten. Ich war dann auf Ein­ladung des Unter­bezirks Gießen in Hes­sen und habe dort ein­er Abor­d­nung das Papi­er vorgestellt. Es war eine tolle Diskus­sion. Irgend­wann, im Bun­destagswahlkampf habe ich dann mal unseren Lan­deschef ange­sprochen, ob es nicht langsam mal an der Zeit wäre den Men­schen, die alle­samt an diesem Papi­er mit­gewirkt haben die Wertschätzung zu zeigen, die sie ver­di­enen. Konkret: Wann wer­den konkrete Absätze in das Bun­deswahl­pro­gramm ein­fließen? Die Antwort war schnip­pisch “Der ganze Wahlkampf basiert auf Gerechtigkeit”. Jo, dachte ich. Biste wohl mal wieder zu bös richtig zu lesen, denn ich hab keine einzige Forderung des Papiers wieder gefun­den.

Landtagswahlprogramm

Meine kreativste Zeit war die Vor­bere­itung des “Regierung­spro­gramms” wie es nach­her etwas unglück­lich hieß. Ich fand die alt­modis­che For­mulierung “Wahl­pro­gramm” ja bess­er, aber was weiß ich schon. Der Bil­dungs­bere­ich war mit mein The­ma. Natür­lich kon­nte ich nicht ein­fach das schreiben was ich wollte, denn das SPD geführte Min­is­teri­um hat­te den Hut auf. Aber, bei Wass­er und Brot in vie­len Sitzun­gen haben wir einen finalen Vorschlag erar­beit­et, der wirk­lich gut war. In Kreisen der Arbeits­ge­mein­schaft für Bil­dung waren einige Pas­sagen umstrit­ten, so dass es zu Änderungsanträ­gen auf dem LPT kam. Mein erstes Erleb­nis von real­er Poli­tik. Wie es wirk­lich geschah, und wer let­ztlich die Schuld hat­te, das lässt sich im nach­hinein nicht klären, denn nie­mand führt ein Pro­tokoll.

Klar ist nur, dass ich nach dem erfol­gre­ichen Änderungsantrag zufrieden eine Zigarette rauchen gegan­gen bin, und als ich wieder rein kam, da war der Änderungsantrag — zack- Geschichte. Schwurbel, Finte, Karten­heben, neue Entschei­dung. So geht Poli­tik. Wochen­lang hat­ten wir Stress in der Arbeits­ge­mein­schaft und ich fühlte mich nicht wirk­lich gut damals. Da arbeit­et man wochen­lang hart und irgen­dein­er reißt die ganze Arbeit mit einem Schachzug über den Haufen.

Landtagswahl

Meine schw­er­ste Zeit damals. Ich habe die Kam­pagne mit kri­tis­chen Augen begleit­et, mich an Stellen enthal­ten, wo ich vielle­icht mit Nein hätte stim­men sollen, aber im Nach­hinein ist man immer klüger. Es war das Jahr als meine Mut­ter starb. Dün­n­fel­lig und sen­si­bel war ich. Man kon­nte mir nichts recht machen, und ich war nicht sel­ten über­fordert. Die wirk­liche Poli­tik fand eh immer nur im geschäfts­führen­den Lan­desvor­stand statt. So, dass man als ein­fach­er Beisitzer genau auf das reduziert war, was der Name tre­f­flich aus­drückt. Man sitzt dabei. Loy­al wie ich bin trug ich natür­lich alle Beschlüsse mit. Immer häu­figer mit echtem Bauch­weh.

Aus Sol­i­dar­ität mit meinen anderen ehre­namtlichen Fre­un­den aus dem Lan­desvor­stand bin ich nicht zurück­ge­treten damals. Es wäre der richtige Moment für einen Abschied gewe­sen. Ich wollte keinen “Zugzwang” auf­bauen. Nein, nicht weil ich keine Lust mehr hat­te, son­dern weil ich mich nicht mehr demokratisch legit­imiert gefühlt habe. Ich wollte, dass ein LPT über mich, über uns entschei­det. Es war eine schlimme Zeit, in der ich merk­te wie sehr sie Seele der Partei kochte. Klappe hal­ten, durch. Wenn man mal was anzweifelte, dann wurde man rel­a­tiv schnell als der Typus Men­sch dargestellt, der ” ‘eh keine Ahnung” hat.

Weihnachtsfeiererlebnisse

Ich finde Wei­h­nacht­en nicht beson­ders toll, seit mein Vater nicht mehr lebt. Wirk­lich genossen habe ich seit seinem Tode nur die Feiern mit meinen Kindern. Die waren auch nur sehr begren­zt, denn sie wer­den zu schnell groß. Die let­zten Jahre suche ich nach einem neuen “Wei­h­nacht­en” für mich. Naja, die let­zte LaVo Sitzung des Jahres find­et immer mit einem beschaulichen Essen statt. Also muss man sich was ein­fall­en lassen. Ich habe Plätzchen geback­en und das Bun­deslied des ADAV in Schnippsel geteilt und jeden aus dem LaVo beschenkt. Wie kon­nte ich nur erwarten, dass da Freude aufkommt. 2017 war die Wei­h­nachts­feier an Frust nicht mehr zu über­bi­eten, und ich bin froh, dass ich nicht noch mal als Selb­stzahler an der Tafel­runde sitzen muss und mir erk­lären lasse, dass ich ja sowieso nur zu dumm bin um das “Große Ganze” zu durch­blick­en.

Ich habe lieber meinen kleinen Kreis hier voller Men­schen, die ihre Entschei­dun­gen frei tre­f­fen, die nicht wirtschaftlich abhängig sind von ihren Entschei­dun­gen und Liebe zu dem Ehre­namt haben. Eine liebe Karte zu Wei­h­nacht­en eines Fre­un­des, oder eine Karte der Schulleitun­gen in denen ein wenig Wertschätzung sich wider­spiegelt. Ich verzichte gern auf eine Karte die so lieb­los hingekrizzelt ist, dass ich sie noch nicht ein­mal entz­if­fern kann.

Danke. Das ist eines mein­er lieb­sten Worte, da es viel zu sel­ten benutzt wird. Dankbar­beit vor der Leis­tung ander­er. Ich danke immer gerne. Ein Dank an das Verkauf­steam eines Super­mark­tes, die fre­undlich lächel­nd mich nach meinem Feier­abend noch ertra­gen und ihre Zeit für mich wid­men. Ein Dank an Mitar­bei­t­erin­nen und Mitar­beit­er in der Lan­des­geschäftsstelle. Ein Danke an Fre­unde für kol­le­giale und ver­trauensvolle Zusam­me­nar­beit. Ist das denn so schw­er?

Ach, zum Schluss noch das Bun­deslied des ADAV von Georg Her­wegh von 1863. Fro­he Wei­h­nacht­en allen Men­schen. Passt auf Euch auf!

Bet und Arbeit

Bet und arbeit! ruft die Welt
Bete kurz! denn Zeit ist Geld
An die Türe pocht die Not –
Bete kurz! denn Zeit ist Brot

Und du ack­erst, und du säst,
Und du nietest, und du nähst,
Und du häm­merst, und du spinnst –
Sag, o Volk, was du gewinnst!

Wirkst am Web­stuhl Tag und Nacht
Schürf­st im Erz- und Kohlen­schacht,
Füllst des Über­flusses Horn,
Füllst es hoch mit Wein und Korn.

Doch wo ist  d e i n  Mahl bere­it?
Doch wo ist  d e i n  Feierkleid?
Doch wo ist  d e i n  warmer Herd?
Doch wo ist  d e i n  schar­fes Schw­ert?

Alles ist dein Werk! o sprich,
Alles, aber nichts für dich!
Und von allem nur allein,
Die du schmiedst, die Kette, dein?

Kette, die den Leib umstrickt,
Die dem Geist die Flügel knickt,
Die am Fuß des Kindes schon
Klir­rt – o Volk, das ist dein Lohn.

Was ihr hebt ans Son­nen­licht,
Schätze sind es für den Wicht;
Was ihr webt, es ist der Fluch
Für euch selb­st – ins bunte Tuch.

Was ihr baut, kein schützend Dach
Hat’s für euch und kein Gemach;
Was ihr klei­det und beschuht,
Tritt auf euch voll Über­mut.

Men­schen­bi­enen, die Natur,
Gab sie euch den Honig nur?
Seht die Drohnen um euch her!
Habt ihr keinen Stachel mehr?

Mann der Arbeit, aufgewacht!
Und erkenne deine Macht!
Alle Räder ste­hen still,
Wenn dein stark­er Arm es will.

Dein­er Dränger Schar erblaßt,
Wenn du, müde dein­er Last,
In die Ecke lehnst den Pflug,
Wenn du ruf­st: Es ist genug!

Brecht das Dop­peljoch entzwei!
Brecht die Not der Sklaverei!
Brecht die Sklaverei der Not!
Brot ist Frei­heit, Frei­heit Brot!

Ille Gerdau Stiftung zur Förderung des Jugendfußballs in SH

Ihr ken­nt die aktuelle Prob­lematik alle. Die erste Bun­desli­ga ver­schlingt ein hei­den Geld, und in der zweit­en Liga kommt noch was an, in der drit­ten weniger und in der Region­al­li­ga sind die Aufla­gen und Kosten oft­mals höher als irgendwelche Zahlun­gen aus dem Säck­el der Fußbal­lver­ant­wortlichen, oder? Nun fragt ihr euch, was hat Ille Ger­dau damit zu tun? Ganz ein­fach, Ille Ger­dau war der einzige Fußball­na­tion­al­spiel­er Schleswig-Hol­steins, der in SH unter Ver­trag war, als er berufen wurde. Warum aber nun eine Ille Ger­dau Stiftung? mehr…

Danke für die dritte Amtszeit als stv. Kreisvorsitzender

Hey, und guten Mor­gen. Nun gehe ich in das fün­fte Jahr als stel­lvertre­tender Kreisvor­sitzen­der in Dith­marschen. Gestern war in Bruns­büt­tel Kreis­parteitag der SPD Dith­marschen. Dort habe ich mich gerne zur Wieder­wahl gestellt und ich bin mit ein­er Enthal­tung und ein­er Gegen­stimme in meinem Amt bestätigt wor­den.

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Dirk Diedrich

#Aufstehen — Der richtige Weg?

Die #Auf­ste­hen Ini­tia­torin Wagenknecht hat sich sicher­lich was dabei gedacht, als die Idee der neuen linken Sam­mel­be­we­gung Auf­ste­hen keimte. Vielle­icht war Sie ein wenig ange­s­pornt durch den Erfolg der britis­chen Labour­par­ty? Man weiß es let­zten Endes nicht. mehr…

Die KiTa-Frage: frühkindliche Bildung ist Bildung?

In den Zeit­en des Som­mer­lochs wer­den mal wieder einige The­men in den Focus gerückt, die man son­st im Laufe des nor­malen Poli­tik­be­triebes nicht so mit­bekommt. Aktuell ist es der Slo­gan, dass frühkindliche Bil­dung in der KiTa kosten­frei sein muss, weil es ja Bil­dung ist.  mehr…

Auftrag erfüllt: Basis übernehmen Sie! #SPD

Der Diedrich hat sein Ziel erre­icht, er kann gehen. Huch, was ist das für eine Über­schrift? “Aufrag erfüllt”? Ja, ich habe mit dem was ich Anfang Feb­ru­ar los getreten habe qua­si viel erre­icht. Die Partei redet miteinan­der. In unzäh­li­gen Ortsvere­inen find­en Debat­ten statt, ob es richtig ist, sich per­ma­nent dem Dik­tat der Führung zu beu­gen. Es treten viele Men­schen an die Öffentlichkeit und sagen: “Mit mir nicht.” Die Basis hat nun eine Wahl.

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SPD Erfolg, Elternbeiträge zur Kita in Heide gesenkt

Sel­ten bin ich so aufrecht aus ein­er Sitzung nach Hause gegan­gen wie soeben. Der Grund? Wir haben im Feb­ru­ar einen Antrag zur Neu­berech­nung der Eltern­beiträge in den Hei­der Kitas einge­bracht, der das beste­hende Sys­tem rev­o­lu­tion­ieren sollte. Ein­fache Kalku­la­tion der Eltern­beiträge und ein­heitlich Beiträge bei allen Kitas in Hei­de. mehr…

Dirk Diedrich

SPDbasic Mehr Mitwirkung auf kommunaler Ebene

Ideen für mehr Mitwirkung auf kom­mu­naler Ebene
Gemein­sam vor ORT und SPDplus­plus

Mehrw­ert durch Mitar­beit

Stärke deine Stärken und unter­stütze die,

die stärk­er wer­den wollen

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Dirk Diedrich

Die Schwarze Ampel befördert ins Abseits, nicht aber zur Schule!

Die Schwarze Ampel befördert die Lernenden ins Abseits, nicht aber zur Schule!

Zu den finanziellen Her­aus­forderun­gen der Schüler­be­förderung in Schleswig-Hol­stein erk­lärt Dirk Diedrich, Mit­glied im SPD-Lan­desvor­stand und Lan­desvor­sitzen­der der Arbeits­ge­mein­schaft für Bil­dung der SPD Schleswig-Hol­stein:
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Bildungskosten — Wo bleibt die Revolution?

Bil­dungskosten, das Wort an sich gefällt mir schon nicht wirk­lich. Nun, warum schreib ich schon wieder was? Das Sta­tis­tis­che Bun­de­samt hat im Feb­ru­ar die bun­desweit­en Bil­dungskosten 2014 veröf­fentlicht. Dort wird sehr anschaulich beschrieben wie viel Geld ein Land in jede Schü­lerin und jeden Schüler investiert.  mehr…