Dirk Diedrich

Sozialdemokrat

11. April 2017

Allgemein/Heide
Albig: Moderat, moderater, Moderator

Es ist Wahlkampf. Ich dachte ja, dass es für mich, nach­dem ich mich aus dem Land­tagswahlkampf selb­st zurück­ge­zo­gen hat­te ein wenig ruhiger würde, aber weit gefehlt. Seit Wochen heißt es also als Orgaleit­er unseres kleinen, aber feinen Hei­der OV nun Plakate kleis­tern, auf­stellen, überwachen, ger­aderück­en, repari­eren und gegebe­nen­falls wieder abnehmen. Dazu Handzettel für diese Ver­anstal­tung mit Ralf Steg­n­er, jene mit Torsten Albig verteilen, den Genossin­nen und Genossen noch fix n Plakat aus­druck­en, zuschnei­den und wer weiß noch was alles. Zu allen Ver­anstal­tun­gen noch mal “fix” auf­tauchen und unsere bei­den Kan­di­dat­en moralisch unter­stützen oder ein­fach nur hun­dert belegte Brötchen besor­gen.

Seit gestern ist nun alles anders. Ich bin also mit “Albig-Schulz” Frisur (Glatze mit Bart) ins Tivoli anger­auscht um ein­fach nur mal “Hal­lo zu sagen”. So jeden­falls war die Infor­ma­tion­slage zuhause (Schatz, ich bin um acht da).

Eigentlich wollte ich in Erin­nerun­gen schwel­gen, denn als Torsten Albig das let­zte mal im Tivoli war, da war eine Ver­anstal­tung in der ich bei ihm im roten Ses­sel saß, und als ein­er von weni­gen Hei­der Leutchen ihm Fra­gen an den Kopf knallen kon­nte. Also, noch fix ein wer­be­wirk­sames Bild bei Face­book posten (#ich­mach­das) in schwarz weiß, mit Brille in die Self­iecam ger­grinst, und los.

Lock­er liefen die ersten Gespräche an, bis eine halbe Stunde vor Ver­anstal­tungs­be­ginn klar war, dass die geschätzte Mod­er­a­torin des Abends in Elmshorn in ein­er Stau-Umleitungs­falle geschickt gefan­gen war. Ich wurde also vom Kuh­berg (sagen wir so in Sozenkreisen, und meinen liebevoll die Lan­des­geschäftsstelle) gefragt, ob ich nicht kurz­er Hand als Mod­er­a­tor ein­sprin­gen kön­nte.

Hil­fs­bere­it wie ich bin, hab ich natür­lich sofort “ja” gesagt. So kam ich dann aus der Beobachter Rolle in die Mod­er­a­tor Rolle. Es gab zum Glück keine Zeit um Lam­p­en­fieber zu entwick­eln. Denn ich sollte ja nur in gefühlt fünf Minuten mit dem Min­is­ter­präsi­den­ten des Lan­des auf der Bühne ste­hen und lock­er und entspan­nt plauschen. “Holy shit”, dachte ich. Fix Torstens Han­dynum­mer gewählt, während die Redak­teurin der Kiel­er Nachricht­en noch über die Funk­tion­al­ität von der FDP Wer­be­feuerzeuge witzelte. Von hin­ten flitze jemand an mir vor­bei und ließ die Bemerkung fall­en “Der is’ einkaufen, der geht nich’ ran.” Oh man, dachte ich, dass wird was. Also gut… “Ohne Plan ran an die Boulet­ten!”

Da fand ich mich fünf Minuten später auf der Bühne wieder. Alle paar Minuten blitzen die Kam­eras, irgen­dein Filmteam wuselte herum und ich sollte nach der fre­undlichen Begrüßung “entspan­nt Plaud­ern”. Es war gut, nein sehr gut. Ich hab mich wohl gefühlt. Zu kein­er Zeit hat­te ich das Gefühl, dass die Men­schen sich lang­weilen. Der MP war schlagfer­tig und zielführend in seinen Antworten. Meine Fra­gen stil­sich­er. Wer mich ken­nt, der weiß, dass ich zum “herum­blödeln” neige, wenn ich unsich­er bin. Aber nichts der­gle­ichen passierte. Es waren tolle 90 Minuten für mich. Faz­it: Wenn mich noch ein­mal jemand fragt ob ich zum mod­erieren Lust hätte, dann sag ich ganz bes­timmt wieder “ja, gern!”.

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Ein Kommentar

  1. Guten Tag. Dank für diesen großar­ti­gen Artikel.Ich mag Deine Web­seite!

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